Plötzlich pflegebedürftig – was tun?

Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, muss es häufig sehr schnell gehen. Das Pflege-Institut gibt Ihnen eine erste Orientierung für die wichtigsten Schritte bei der Organisation der Pflege.

Veröffentlicht am: 24. August 2023 Autor: Stefan Schleßing

Die wichtigsten Schritte im Überblick:

  1. Umfassende Beratung
  2. Pflegegrad beantragen
  3. Entscheidung zur Pflegeform
  4. Rechtliche Absicherung
  5. Sicherung der Finanzierung

Schritt 1: Beratung zur Pflege

Auch wenn das Thema Pflege im ersten Moment sehr komplex erscheint, gibt es für jeden Pflegefall eine individuelle Lösung. Eine ausführliche Beratung durch eine unabhängige Beratungsstelle ist deshalb der erste Schritt auf dem Weg zu einer bedarfsgerechten Pflege. Per Gesetz haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung durch Ihre Krankenkasse. Nutzen Sie auch den Pflegestützpunkte in Ihrer Gemeinde.

Schritt 2: Pflegegrad beantragen

Um zeitnah finanzielle Leistungen und Hilfen in Anspruch nehmen zu können, ist es wichtig, sich sofort um den Pflegegrad zu kümmern. Die Beantragung erfolgt über die Kassenkasse. Bei den gesetzlichen Krankenkassen wird dies durch den Medizinischen Dienst durchgeführt. Auf das Gespräch sollte man sich sehr gut vorbereiten und vorab die Hilfe eines Pflegeberaters in Anspruch nehmen. Von hoher Bedeutung ist dabei, den Pflegebedürftigen vollständig einzubinden und die Wichtigkeit einer richtigen Einstufung zu verdeutlichen.

Schritt 3: Pflegeform entscheiden

Mit der Pflege durch ein Pflegenetzwerk, der häuslichen Pflege und der Pflege in einem Altenheim gibt es drei Arten der Pflege. Ist eine ganztätige Pflege nicht notwendig, ist die Pflege über ein Pflegenetzwerk, im Wesentlichen bestehend aus pflegenden Familienangehörigen und einem ambulanten Pflegedienst, ausreichend. Ist eine ganztätige Pflege erforderlich, besteht die Möglichkeit der 24 Stunden Pflege oder der Pflege in einem Altenheim.

Fällt die Entscheidung auf die häusliche Pflege und Betreuung, berät Sie das Pflege-Institut kompetent und umfassend. Sie schildern uns Ihren Pflegebedarf und wir unterbreiten Ihnen schnellstmöglich geeignete Betreuungsvorschläge.

Schritt 4: Rechtliche Absicherung

Im Zusammenhang mit dem Eintritt einer Pflegebedürftigkeit sind umgehend alle Dokumente für den Pflegefall zu erstellen. Die wichtigsten Dokumente sind dabei die Patientenverfügung, die Betreuungsverfügung und die Vorsorgevollmacht, sowie das Testament. Der letzte Wille des Pflegebedürftigen in Gesundheitsfragen ist auch für Familienangehörige wichtig, die sonst die Last dieser schwerwiegenden Entscheidungen tragen müssen.

Schritt 5: Sicherung der Finanzierung

Die Finanzierung der Pflege ist in der Regel ohne die Einbindung staatlicher Zuschüsse nicht möglich. Mit dem Pflegegeld und den Pflegesachleistungen gibt es zwei Arten von Zuschüssen. Pflegegeld erhält ein Pflegebedürftiger, wenn er zu Hause gepflegt wird, beispielsweise durch eine 24 Stunden Pflegekraft. Pflegesachleistungen sind finanzielle Mittel, die für die Pflege durch einen Leistungserbringer, wie ambulante Pflegedienste oder Pflegeheime, verwendet werden können. Weitere finanzielle Unterstützung bieten Pflegehilfsmittel, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, der Entlastungsbetrag und Zuschüsse für Umbaumaßnahmen.